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Startups: Gründen fürs Leben

8. Mrz 2018 Kommentare (0) Ansichten: 379 Allgemein, Geschichten, Menschen, Unterwegs

Die eigene Idee zum Unternehmen machen, sein eigener Chef sein und aus eigener Kraft schaffen, was es in der Form noch nicht gibt: Ein Startup zu gründen, hat sich längst von der Verlegenheitsoption zum Berufsziel gemausert. Dass der Weg von der Idee zum profitablen Unternehmen keinesfalls eben verläuft, weiß auch Lennart Wulff, Gründer von SituatiVe, einem Unternehmen das sich mit Themen rund um die mobile Versicherung beschäftigt.

Im Jahr 2017 waren über 1.800 Startups auf dem Markt. Die Digitale Wirtschaft bleibt dabei weiterhin das wichtigste Gründungsumfeld. Auch Lennart Wulff erkannte hier den Bedarf für sein Unternehmen SituatiVe, das sich mit Lösungen im Bereich Versicherungen und Mobile auseinandersetzt: „Als wir 2012 angefangen haben, gab es kaum responsive Seiten. Es war quasi unmöglich, online eine Versicherung abzuschließen“, erzählt Lennart Wulff, der ursprünglich im Maklergeschäft tätig war. „Uns hat sich also vor allem die Frage nach einem geeigneten Prozess gestellt.“ 

Für Lennart Wulff kam der Weg in die Selbstständigkeit in Schritten. Zunächst in einem normalen Angestelltenverhältnis, unterstützte er erst das Startup des Bruders, bevor er den Schritt zu eigenen Gründung ging. Bereut hat er das bis heute nicht. „Es ist wie mit in jedem Job, die Wiese beim Nachbarn ist immer grüner. Ich lerne hier aber jeden Tag etwas dazu. Wer bereit ist zu lernen, ist bei einem Startup gut aufgehoben.“

Wer gründet, nimmt eine Herausforderung an, denn aller Anfang ist hier tatsächlich schwer:  „Die größte Herausforderung ist, sich immer wieder selbst zu motivieren und am Anfang Mädchen für alles zu sein. Der extreme Ressourcenmangel erfordert viel Selbstorganisation“, weiß Lennart Wulff. „Ich habe operativ alleine gegründet. Wenn ich etwas anders machen würde, dann das. Im Team entsteht eine ganz andere Dynamik und man hat die Möglichkeit, sich auch einmal fallen zu lassen.“

Mut zum Scheitern 

Dass es durchaus schwierige Zeiten gibt, scheint manchmal fast in Vergessenheit zu geraten, wo Gründertum als Entertainment die Medien erobert und mit mutigen Protagonisten Erfolg über Nacht verspricht.  „Ich finde diese Shows als Konsument ganz unterhaltsam. Generell wird das Gründertum sicher etwas überhyped. Am Ende des Tages ist es nichts anders als Unternehmertum“, sagt Lennart Wulff.

Mittlerweile ist die Zahl der Neugründungen leicht rückläufig. Das liegt laut Bundesministerium vor allem am stabilen Arbeitsmarkt, der weniger Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus bedingte. Die Kehrseite der Medaille ist auch die Zahl der Gründungen, die nicht funktionieren und aufgeben müssen. 2016 waren das immerhin 311.000. Eines von zehn Startups schafft es, lautet eine Art Faustregel in der Gründerszene. Auch Scheitern ist also Bestandteil des Gründeralltags: „Ich rate Neugründern neugierig und leidensfähig zu sein“, sagt Lennart Wulff. „Es ist wichtig, Kurs zu halten und Durchhaltevermögen zu zeigen, weil es eben auch schwierige Zeiten gibt.“

Ideen aus dem Gründerländle

Wer durchhält, wird aber belohnt. Startups wie Airbnb oder Uber sind nur einige Beispiele für den großen Erfolg, der möglich ist. Man muss aber gar nicht über den großen Teich schauen, um Erfolgsgeschichten zu sehen. Karlsruhe gehört zusammen mit Stuttgart zu einer der sechs präsentesten Gründerregionen deutschlandweit, was auch den starken technischen Hochschulen zu verdanken ist, für die das Gründerländle bekannt ist.

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